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Bedeutung der Regenbogenparade für Wien und Österreich auf Pressekonferenz betont
Nachrichteneingang:     26.06.2010

Quelle:     HOSI Wien

Auf der am Freitag Vormittag im Wiener Rathaus abgehaltenen Pressekonferenz zur bevorstehenden 15. Regenbogenparade, die am Samstag, 3. Juli 2010 wieder vom Stadtpark andersrum um den gesamten Ring bis zum Schwarzenbergplatz ziehen wird, wurde von allen RednerInnen die Bedeutung der Parade - nicht nur für Wien, sondern für ganz Österreich - hervorgehoben.

Sandra Frauenberger, als Wiener Integrationsstadträtin für Antidiskriminierung zuständig, wies ebenso wie Maria Vassilakou, Klubchefin der Wiener Grünen, auf die am Donnerstag im Wiener Landtag beschlossene Sammelnovelle hin, mit der in allen Landesgesetzen die Eingetragene Partnerschaft mit der Ehe gleichgestellt wird.

»Wien ist damit seiner Vorreiterrolle unter den Bundesländern neuerlich gerecht geworden«, unterstrich auch Christian Högl, Obmann der Homosexuellen Initiative (HOSI) Wien, die zum achten Mal für die Organisation und Durchführung der Parade verantwortlich zeichnet. »Diese Aufgeschlossenheit der Politik in Wien und der große Erfolg der Parade, zu der wir wieder mehr 100.000 BesucherInnen erwarten, bedingen wohl einander sehr stark.«

»Wir sind Familie!«

Frauenberger findet das heurige Paradenmotto »We are family!« in diesem Zusammenhang sehr passend. Die Stadt Wien habe zudem dafür gesorgt, dass lesbische und schwule Paare ihre Partnerschaft »in einem würdevollen und festlichen Rahmen besiegeln können«, wobei die Stadträtin mit aktuellen Zahlen aufwartete: Mit Stichtag 24. Juni sind in Wien bereits 216 Paare eine Eingetragene PartnerInnenschaft eingegangen, davon 154 männliche (71 Prozent) und 62 weibliche Paare (29 Prozent).

Hochzeitsdestination Wien

Dass die Stadt Wien es gleichgeschlechtlichen Paaren - und zwar inländischen wie ausländischen - ermöglicht, ihre Partnerschaft überall dort zu schließen, wo Heterosexuelle heiraten können, darunter an 42 besonders attraktiven Orten - vom Schloss Schönbrunn über das Riesenrad bis zum MuseumsQuartier -, ist eine neue Facette und ein weiterer Pluspunkt beim zielgruppenspezifischen schwullesbischen Marketing, das die Bundeshauptstadt seit einem Dutzend Jahren international aktiv betreibt, wie WienTourismus-Geschäftsführer Norbert Kettner erklärte: »Selbstverständlich weisen wir mit Stolz in unserem ›Queer Guide‹, den Online-Kampagnen und in unserem Web-Auftritt für Schwule und Lesben auf diese Möglichkeit hin. Die homosexuelle Zielgruppe ist touristisch hochinteressant, weil sie deutlich reisefreudiger ist als heterosexuelle Menschen, insbesondere was Kurztrips und Städtereisen betrifft. Es war in sehr kurzer Zeit möglich, Wien bei dieser Zielgruppe als attraktive Destination zu positionieren. Bei einer deutschen Studie zu homosexuellem Tourismus landete Wien immerhin auf Platz 2 der beliebtesten ausländischen Destinationen - nach London und vor Paris und Barcelona.«

Weltsensation Sonderbriefmarke

Die Bedeutung, die der Parade als größtem Event der Schwulen-, Lesben- und Transgenderbewegung Österreichs für das ganze Land zukommt, hat wiederum die Österreichische Post AG dazu bewogen, sich zum Jubiläum »15 Jahre Regenbogenparade« mit einem ganz besonderen Geschenk einzustellen: einer eigenen Sonderbriefmarke . »Sie ist weltweit die erste Briefmarke, die anlässlich einer derartigen Veranstaltung ausgegeben wird«, betonte Erich Haas von der Abteilung Philatelie der Post AG.

»Die Sondermarke wurde von der Österreichischen Staatsdruckerei in einer Auflage von 250.000 Stück produziert.« Von 16.30 bis 19.30 Uhr wird am Paradentag am Schwarzenbergplatz ein Sonderpostamt eingerichtet, bei dem neben vielen anderen Philatelieprodukten diese Sondermarke erhältlich sein wird. Die Wiener Buchhandlung Löwenherz hat bereits Paraden-Postkarten produzieren lassen, damit die Briefmarke entsprechend verwendet werden kann.

20.000 Handys für den Regenbogen

Eine wichtige Aktion stellte Christian Högl im Rahmen der Pressekonferenz vor: »Die HOSI Wien arbeitet seit über 30 Jahren ohne bezahlte MitarbeiterInnen, auch die Großprojekte wie Parade und Regenbogenball werden in ehrenamtlicher Tätigkeit durchgeführt. Seit Anfang Juni haben wir ein neues Vereinszentrum, das Gugg im 4. Bezirk. Um die Büro- und Veranstaltungsräume zu adaptieren, brauchen wir viel Geld und daher auch große Unterstützung. Unter der »Matronanz« von Stadträtin Sandra Frauenberger sammeln wir ab sofort und bis 18. Juli 2010 gemeinsam mit der Firma DieHandySammler alte Handys, und für jedes Exemplar erhalten wir eine Spende von 2 Euro.

Unser erklärtes Ziel sind 20.000 alte Handys, denn unser Finanzbedarf beläuft sich auf mindestens 40.000 Euro. Mit einem alten Handy kann man aber nicht nur die Arbeit der HOSI Wien unterstützen, sondern auch an einem Gewinnspiel teilnehmen und 250 tolle Preise gewinnen. Man braucht bloß das alte Handy bei der Parade am 3. Juli 2010 abgeben oder bis 18. Juli an unseren Sammel-Partner schicken. Alles Nähere zu dieser Aktion findet sich unter www.zwanzigtausend.at

Celebration

Die Abschlusskundgebung nach der Parade wird wie im Vorjahr wieder bei freiem Eintritt am Schwarzenbergplatz gefeiert. Ein vielfältiges Programm wird zwischen 17 und 22 Uhr für Stimmung sorgen. Auftreten werden Lou Bega, Falling For Beautiful, The Bad Powells und Tyler sowie DJ Sonic und DJ Junior Sonic, als Moderator konnte der Musicalstar und Schauspieler Stefan Reil gewonnen werden. Nach dem abschließenden Donauwalzer wird das Feiern in den diversen Wiener Clubs weitergehen, wo der Paradentag bei der Official Pride Night ausklingen wird. Sämtliche Infos auf www.regenbogenparade.at und natürlich auf www.rainbow.at

Fahnen am Rathaus

Im Anschluss an die Pressekonferenz hisste Stadträtin Sandra Frauenberger gemeinsam mit Christian Högl und Mitgliedern des Paraden-Organisationsteams und MitarbeiterInnen der Wiener Antidiskriminierungsstelle für gleichgeschlechtliche Lebensweisen zwei Regenbogenfahnen am Haupteingang des Rathauses in der Lichtenfelsgasse.

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User - Kommentare
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schluckspecht4005.07.2010 - 15:38
ja warum wohl wirds von Jahr zu Jahr weniger weil anscheinend in Wien das "Tuckentum" ausgebrochen ist. Anscheinend ohne make-up High-heels und graziösen Bewegungen gehts heute nicht mehr.Hoffentlich werden die Jugendlichen die sich outen wollen nicht irgendwann mal nen Stempel aufs Hirn "Tucke".


Deeper30.06.2010 - 04:55
vollkommen richtig! Ich bin seit Jahren bei meiner Familie geoutet, aber wenn ich an das aufgeschminkte rumgehopse denke, ist es mir wieder peinlich schwul zu sein. Ich kann mir lebhaft vorstellen welche Bilder so manchen Eltern durch den Kopf geistern wenn sich ihr Kind outet.


Alien_w28.06.2010 - 12:28
Ich bin jedes Jahr entsetzt darüber, dass dieser selbstdiskriminierende Zirkus, den man überhaupt nicht ernst nehmen kann, eigentlich eine Demonstration sein soll... wieso zieht man sich schillernd an und zieht "andersrum" und "stolz darauf" um den Ring? Was will man damit vermitteln? Dass Homosexuelle nichts anderes, als partyfeiernde, buntschillernde Clowns sind, die nie erwachsen werden und keine Verantwortung übernehmen können/wollen? Mir geht dieses ewige Getue um "Toleranz" (wo eigentlich "Respekt" angezeigt wäre) und "andersrum" sein derartig auf die Nerven! Heteros sind auch "anders", nämlich anders als Homosexuelle, aber werden sie so bezeichnet? Nein, weil man ihnen offenbar das alleinige Recht, eine "Norm" auszumachen zugesteht! Tja, tanzt nur und feiert und nennt es dann "demonstrieren", viel Spaß, aber dadurch wird sich NICHTS ändern. LG







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