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| Moskau will Gay Pride dauerhaft untersagen |
Nachrichteneingang: 25.01.2010 |
Neuer Rückschlag für Moskaus Schwule und Lesben: Bürgermeister Juri Luschkow hat angekündigt, dass seine Stadt einen "teuflischen" Gay Pride niemals erlauben werde.
"Seit mehreren Jahren wurde auf Moskau unglaublichen Druck ausgeübt, um einen Schwulenparade durchzuführen", sagte Luschkow auf einer städtischen Veranstaltung am Montag. "Diese Parade kann nur als satanisch bezeichnet werden. Wir haben die Parade verhindert und wir werden sich niemals in Zukunft zulassen. Jeder muss das als unseren politischen Grundsatz anerkennen", fordert der 73-Jährige. Der Pride war für Ende Mai angekündigt.
Nach Ansicht von Luschkow ist die "offene Propaganda von gleichgeschlechtlicher so genannter Liebe" eine "gesellschaftliche Plage". Sie stehe auf einer Stufe mit "Drogenmissbrauch, Ausländerfeindlichkeit und ethnischen Fehden": "Wir müssen gegen diese Plagen mit der ganzen Kraft des Gesetzes vorgehen und sollten nicht über Menschenrechte reden", erklärte Luschkow. "Wir brauchen eine gesellschaftliche Peitsche oder etwas Ähnliches und kein liberales Zuckerbrot".
Luschkow hat in den vergangenen vier Jahren den CSD verboten. Die Polizei ging teilweise mit Gewalt gegen Demonstranten vor, die trotz des Verbots auf die Straße gingen. Gegendemonstrationen von Rechtsradikalen wurden dagegen zugelassen. Pride-Organisatoren haben zwar wiederholt beim Menschenrechtsgerichtshof in Straßburg gegen die Verbote geklagt, allerdings ist dort bislang noch keine Entscheidung getroffen worden.
Luschkow begann seine politische Karriere Ende der 1960er Jahre in der kommunistischen Partei. Nach dem Auseinanderbrechen der Sowjetunion wurde er 1992 vom damaligen Präsidenten Boris Jelzin zum Bürgermeister ernannt. Inzwischen gehört er Wladimir Putins Partei "Einiges Russland" an. (dk)
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